Vom 10. bis 12. April wurde in Blankenese um Hamburger Meistertitel gespielt. Die U8 und U10 Meisterschaften standen an, und drei Schachelschweine hatten sich in den Ring geworfen: Fynn in der U8, Lea in der U10w und Konstantin in der U10. Nikolai hatte sich ebenfalls für die U8 qualifiziert, war aber leider spontan verhindert.
Fynn (U8, Platz 19 von 20)
Fynn spielte sein bisher stärkstes Turnier. Nicht vom Ergebnis her, sondern von der Gegnerstärke. Im 20er-Feld der U8 tummelten sich jede Menge Spieler mit DWZ zwischen 800 und 960. Fynn ohne Wertungszahl mittendrin. Das ist ungefähr so, als würde man ohne Schwimmabzeichen ins Wellenbecken springen: aufregend, lehrreich, und man schluckt das eine oder andere Mal Wasser. Nach drei Niederlagen zum Auftakt rappelte sich Fynn auf und holte zwei Siege. 2 aus 7 am Ende. Die nackte Zahl verrät nicht, was dieses Wochenende wirklich war: sieben echte Turnierpartien gegen bewertete Gegner, sieben Mal Notieren, Uhr drücken, Konzentrieren. Das bekommt man in keinem Training.
Lea (U10w, Platz 10 von 14)
Lea kam mit DWZ 950 und einem klaren Plan nach Blankenese. Am Samstag ging der Plan auf: Nach einer Auftaktniederlage folgten drei Siege in Folge, darunter gegen Minxi Zhang (896). 3 aus 4 am Abend, Lea war im Flow. Dann kam der Sonntag. Und mit ihm offenbar ein anderes Schachspiel. Gegen Turniersiegerin Anneke Reichel (1139, am Ende makellose 7 aus 7) war wenig auszurichten, das geht in Ordnung. Aber auch die letzten beiden Runden gingen verloren. 3 aus 7 und Platz 10. Der Samstag hat gezeigt, was Lea kann. Der Sonntag hat gezeigt, dass sieben Runden an einem Wochenende eine ganz eigene Disziplin sind. Die gute Nachricht: Genau das lässt sich trainieren.
Konstantin (U10, Platz 11 von 24)
Konstantins Turnier startete schon am Freitagabend. Die U10 hatte die erste Runde vorgezogen, weil vier Runden am Samstag sonst irgendwann in der Nacht enden. Und Konstantin nutzte den frühen Start: Sieg gegen Simon Mai (1090), direkt mal jemanden mit 100 DWZ-Punkten mehr vom Brett gefegt. Am Samstag ging es weiter. Niederlage gegen Timofey Arkhipov (1439), aber dafür muss man sich nicht schämen. Dafür zwei Siege, unter anderem gegen Leon Chevalier (1262). 3 aus 4 nach dem Samstag, starke Sache. Und dann der Sonntag. Es ist ein Muster, das sich durch dieses Wochenende zieht: Der Sonntag hatte es in sich. Konstantin fing an zu blitzen, wo Geduld gefragt war, und ließ Geschenke der Gegner links liegen. Ein Remis gegen Jonas Rinck (1244) war noch drin, aber insgesamt nur ein halber Punkt am letzten Tag. 3,5 aus 7 und Platz 11 von 24. Klingt vielleicht unspektakulär, ist es aber nicht: Als Dezemberkind im Jahrgang 2017 war Konstantin einer der Jüngsten im Feld. Die meisten Gegner waren über ein Jahr älter. Da sind 3,5 Punkte eine Ansage.
Begleitet wurden unsere drei am Brett von Teasy, die dafür sorgte, dass zwischen den Runden niemand verhungerte oder verloren ging. Die Partieanalyse übernahmen am Samstag Max und am Sonntag Anna und Sarah. Ohne dieses Team im Hintergrund wäre so ein Turnierwochenende nicht machbar. Danke dafür!